Übersichtskarte

Bald geht es los

Sonntag, 15.03.2020

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über die Erlebnisse bei meiner Pilgerreise berichten.

Ich wünsche Euch allen viel Spaß beim Lesen!

Buen Camino!

Was ist geplant?

Mittwoch, 01.04.2020

Geplant war eigentlich, dass ich am 01.07.2021 von zu Hause aus (nähe Linz/AT) nach Santiago de Compostela aufbreche und wenn möglich in einem gehe.

 

Tja: Covid19 hatte etwas dagegen.

 

Leider muss ich dieses Vorhaben jetzt einmal auf 2022 verschieben. Grund dafür waren die Unsicherheit bezüglich des Virus, sowie die durch den Lockdown notwendigen Verschiebungen diverser Projekte Firmenseits. Da ich mir im Endeffekt eine Auszeit von 6 Monaten gönnen möchte, bin ich hier auf das Entgegenkommen der Firma angewiesen.

Wie sagt man: „Wie man in den Wald hineinruft, so kommt es auch zurück.“

 

Um mir die Sehnsucht etwas zu verkürzen, habe ich mich nun dazu entschlossen, den österreichischen Jakobsweg von Wolfsthal (an der slowakischen Grenze Nähe Bratislava) bis St. Florian bei Linz in einzelnen Tagesetappen und wenn möglich gemeinsam mit Amy zu gehen.

 

Auf diesen etwa 10 Etappen werde ich mich auch mit meiner Packliste für die große Reise auseinandersetzen, um schon einmal ein Gefühl für das (nicht) Notwendige, das Gewicht im Rucksack und generell die Ausrüstung zu bekommen.

 

Ihr könnt gespannt sein, was sich hier noch so tun wird 😉

 

Gleich eine Einleitung zu den Bildern:

Ich werde euch bei den einzelnen Blogeinträgen einen Link dazu geben, wo ihr euch die Bilder dann auf Flickr schön ansehen könnt.

Ich empfehle, die Bilder in der Einzelansicht zu genießen, da man dann auch die teilweise vorhandenen Beschriftungen sieht.

Man kann mit den links und rechts vorhandenen Pfeilen zu den nächsten Bildern wechseln

 

Es freut mich, wenn ich euch mit meinen Berichten wieder ein wenig Freude vermitteln kann.

 

Bis zum nächsten Mal mit dem Gruß des Camino´s

 

Buen Camino!

(Bedeutung: Hab einen „Guten Weg“)

Ich beginne meinen Weg!

Montag, 01.06.2020

Tag 1

Datum: 01.06.2020

Strecke: Wolfsthal (AT) – Maria Ellend

Daten: 37Km 278Hm etwas über 9 Std inkl. Pausen

Kosten: Jause ca. 10€ + Rückfahrt von Maria Ellend nach Wolfsthal per Zug 8,80€/~30Min.

 

Ich beginne meinen Weg!

 

Da wir (Amy und ich) die Etappen bis nach Asten in einzelnen Tagesetappen gehen, muss jedes Mal mit dem Auto zum Startpunkt gefahren werden und am Ende des Tages eine Möglichkeit zur Rückfahrt zum Auto bestehen.

Dies bedeutet für uns ein baldiges Aufstehen, um den Tag so gemütlich wie möglich begehen zu können.

Aus diesem Grund standen wir bereits um 03:00 Uhr auf. Nach dem Zusammenrichten, Frühstücken und der Anfahrt nach Wolfsthal konnten wir um ca. 08:00 Uhr in der Kirche unseren Weg beginnen.

 

Natürlich wurde hier der 1. Stempel im Credencial del Peregrino (offizieller Pilgerpass für den Jakobsweg) und in meinem Tagebuch verewigt.

Auch die Kirche wurde nach dem Eintrag im Pilgerbuch dementsprechend begutachtet.

Ab nun folgen wir den Pfeilen und Beschriftungen des „Jakobsweg-Carnuntum“ von Wolfsthal bis nach Schwechat.

 

Schon nach den ersten Metern entlang der Straße leiteten uns die Pfeile auf den Radweg in Richtung Donau. Hier waren wir komplett allein unterwegs und konnten somit die Natur genießen. Amy nutzte die vielen Möglichkeiten zum Baden und Wasser trinken.

Kurz danach begann der Weg in die Donau-Auen. Wald- und Wiesenwege waren nun an der Reihe.

 

Bevor wir in Hainburg eintrafen, machten wir an einer Ruine mit schöner Aussicht über die Donau-Auen eine gemütliche Pause. Amy bekam hier natürlich schon eine Stärkung, da der Tag ja noch lange werden würde.

 

In Hainburg gingen wir entlang der Markierung durch die Altstadt zur Kirche, welche leider versperrt war. Gut, dann gehen wir halt weiter.

Wieder landeten wir auf einem Radweg, welchem wir folgten.

Langsam, aber sicher kamen wir in ländlichere Gebiete. Felder (Blumen, Salat, Getreide, Mohn, usw.) und Windräder sah man in der Nähe und auch in der Entfernung, da es hier absolut Eben war. Ein kleiner Vorgeschmack auf die teils langen geraden Abschnitte meines zukünftigen Weges.

 

Die nächste bekanntere Ortschaft war „Petronell-Carnuntum“, wo sich auch die römischen Ausgrabungen befinden. Da hier sehr viele Menschen unterwegs waren, habe ich beschlossen, mit Amy etwas Außerhalb eine Pause zu machen, wo sie sich ganz brav hinlegte und einen Powernap genoss. Man merkte auch, dass sie sich schon sehr gut auf die mögliche längere Strecke einstellte.

Es wurde jede Möglichkeit zum Abkühlen (Wasser in jeglicher Form) und Trinken genutzt.

Das Wetter war von Anfang an wolkenlos und dementsprechend waren ab Mittag die Temperaturen.

 

Nichtsdestotrotz musste sich Amy auf die Suche nach den per Schild ausgewiesenen Zwiesel begeben. Es war echt schwer, sie hier zum Weitergehen zu bewegen.

 

Die letzten Kilometer merkte ich, dass meine Beine etwas schwer wurden. Amy hat extrem brav durchgehalten, daher fokussierte ich meinen Blick und meine Gedanken auf unser Tagesziel, welches noch etwa 5 Km entfernt war.

 

Beim Ortsschild „Maria Ellend“ ging mir das Herz auf und nach einem kurzen Besuch der Kirche, wo ich leider keinen Stempel fand, entschied ich, den nächsten Zug zurück zum Auto in Wolfsthal zu nehmen.

 

Dieser kam auch schon nach etwa 20 Min. Wartezeit. Durch Covid und die generelle Leinen- und Maulkorbpflicht in den Zügen, bekam ich von Amy noch den „Nicht wirklich, oder!?“ Blick ab.

 

Zurück beim Auto, konnte es sich Amy sofort mit einer frischen Schüssel Wasser und ein paar Leckerlies gemütlich machen, solange ich mich etwas frisch machte und stärkte für die Heimfahrt.

 

Bei dieser bekamen wir noch einen wunderschönen Sonnenuntergang zu sehen.

 

Fazit des 1. Tages MEINES WEGES:

Sonne von Früh bis Spät, wunderbare Natur, wenig Menschen (bis auf die größeren Ortschaften) und ein Weg, welcher einfach zum Genießen einlädt!

Es war toll, diese Etappe mit Amy gehen zu können, obwohl dies für mich trotzdem anstrengend ist, da ich mich ja auch um sie kümmern muss!

 

Hier gibt´s die Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157714553456721/

Hier gibt es noch den animierten Weg:

https://www.relive.cc/view/vrqodJ3mjKv

 

Bis zum nächsten Mal!

 

Buen Camino

 

Nachtrag:

Den Stempel in Maria Ellend bekam ich eine Woche später, da ich zufällig beruflich nach Wolfsthal musste. Bei der Rückfahrt holte ich mir diesen im Gemeindeamt von Maria Ellend ab.

 

Wunderschöne Donau-Auen

Samstag, 04.07.2020

Tag 2

Datum: 04.07.2020

Strecke: Maria Ellend – Schwechat

Daten: 21Km 98Hm etwas über 6,5 Std inkl. Pausen

Kosten: Jause ca. 10€ + Rückfahrt von Schwechat nach Maria Ellend per Zug 6,60€/~30Min.

 

Wunderschöne Donau-Auen

 

Auch heute starteten wir wieder sehr zeitig, damit wir den Tag genießen konnten.

 

In Maria Ellend angekommen, besichtigten wir gegenüber der Kirche die Lourdesgrotte, welche sich in einem sehr schön angelegten Park befindet. Ein idealer Ort der Entspannung und Entschleunigung!

 

Nach diesem perfekten Einstieg in den Tag, begaben wir uns auf die Suche nach der altbekannten Markierung des Jakobsweg-Carnuntum.

Das am Ortsende von Maria Ellend befindliche Cafe „Auszeit“ hätte ideal zu einer Kaffeepause eingeladen, war jedoch leider noch geschlossen.

 

Nun ging es hinein in die Wälder, wo wir entlang der Fischa (Wasserlauf) den ruhigen Morgen für uns allein hatten.

 

Nach nicht all zu langer Zeit, kamen wir nach Fischamend, wo wir die Kirche besichtigten und im Schatten unser Frühstück zu uns nahmen.

Währenddessen kam zufällig der Pfarrer vorbei und wir unterhielten uns ein wenig.

Da der Jakobsweg Stempel in der Kirche leider gestohlen wurde, bot er mir den Stempel der Pfarrkanzlei an, welchen ich gerne annahm.

Zusätzlich schenkte er mir noch ein kleines Kruzifix, welches mich auf dem Weg beschützen solle.

Auch gab er mir noch einen kurzen Pilgersegen.

 

Nach diesem schönen Erlebnis ging es kurz darauf wieder in die Donau-Auen, wo wir eine Schwan-Familie beobachten konnten. Auch Amy hat es sehr gefallen, da sie komplett ruhig war.

 

Die Temperaturen zogen wieder etwas an, somit begann, was wir bei der 1. Etappe schon hatten.

Amy nutzte jede Möglichkeit aus, ein kleines Bad (Abkühlung mit oder ohne Schlamm) zu nehmen.

Ich gönnte ihr diese Pausen, um in der Zwischenzeit die Natur in mich auf zu nehmen.

 

Immer wieder kamen wir an den typischen Fischerhäuschen auf Stelzen vorbei.

Unter einem dieser Häuschen befand sich eine Sitzbank, die geradezu zu einer Pause einlud.

Amy bekam hier ihre verdiente Stärkung, welche sie beim Wandern immer in Form eines Nass Futters erhielt. Für mich gab es Trockenfleisch, Paprika und Brot. Zur Nachspeise ein paar Manner Schnitten 😉

 

Ab Mannswörth ging der Weg entlang des Radweges, was es bei den Temperaturen nicht gerade leicht für Amy machte.

 

Ganz unverhofft blieb eine Radfahrerin auf meiner Höhe und freute sich, einen Jakobsweg Pilger in ihrer Heimat zu treffen. Nach einem kurzen Plausch während ich weiterging und sie neben mir fuhr, verabschiedete sie sich mit einem Buen Camino von uns.

 

Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten: Nur etwa eine halbe Stunde später trafen wir uns bei einem Rastplatz (Unterstand mit Sitzgelegenheit am Radweg) wieder und während sich Amy im Schatten ausruhen konnte, unterhielten wir uns über ihre Erlebnisse auf IHREM WEG nach Santiago de Compostela. Es war eine sehr nette Unterhaltung, welche mir auch zeigte, wie schnell man hier Kontakte knüpfen kann.

 

Wir waren nun schon fast in Schwechat (Ort) angekommen, da fand ich noch eine Möglichkeit, dass sich Amy in der Schwechat (Fluß) abkühlen konnte.

Diese Badepause war auch auf Grund der „Verschmutzungen“ durch die diversen Schlammlöcher von Vorteil, da Amy dadurch wieder etwas anschaulicher wurde.

 

In Schwechat angekommen, besuchten wir den Endpunkt unserer Tagesetappe, die Jakobuskirche.

Amy legte ich im Eingangsbereich im Schatten ab und während ich die Kirche besichtigte und mir den Stempel holte, bewachte sie ganz entspannt den Rucksack.

 

Zu guter Letzt gingen wir zum Bahnhof, um wieder mit dem Zug (ja, auch hier bekam ich wieder den „muss das wirklich sein“ Blick zu spüren) zurück nach Maria Ellend zu fahren.

 

Wie schon am Ende von Tag 1 legten wir beim Auto noch eine Pause ein, um für die Rückfahrt fit zu sein.

Amy genoss die Heimfahrt in der Box und war nur 2 oder 3x kurz im Spiegel zu sehen. Ich vermute, nur, um sich umzudrehen, um dann wieder weiter zu schlafen.

 

Fazit des Tages:

Genieße die Natur und erfreue dich an neuen Bekanntschaften!

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157714977398388

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vPOpWpRBMEv

 

Buen Camino

Steff & Amy

So fühlt sich also ein Brathähnchen…

Dienstag, 21.07.2020

Tag 3

Datum: 21.07.2020

Strecke: Schwechat – Purkersdorf

Daten: 40Km 246Hm etwas über 10 Std inkl. Pausen

Kosten: Jause ca. 10€ + Rückfahrt von Purkersdorf nach Schwechat per Zug/U-Bahn/S-Bahn um unschlagbare 4,20€/~45Min.

 

So fühlt sich also ein Brathähnchen…

 

Bei dieser Etappe ließ ich Amy absichtlich zu Hause, da ich im Vorfeld schon wusste, dass es so gut wie keine Möglichkeiten des Abkühlens für sie geben würde und der Tag mit bis zu 35°C einfach zu extrem für sie gewesen wäre.

 

Zu meinem Glück bekam ich bei der Raststation am Knoten Steinhäusl (A1/A21) schon ein reichhaltiges Frühstück in Form eines genialen Omeletts mit Pilzen, Lauch, Tomaten usw. und dazu ein Caffe Latte.

 

Der Weg führte mich, nach der gewohnt frühen Anreise per Auto, zum letzten Endpunkt, zurück zur Jakobuskirche in Schwechat.

Der kurze Weg vom Parkplatz beim Bahnhof Schwechat zur Kirche war ideal, um in die Gänge zu kommen.

 

Es ging ein Stück zurück am Weg, wo ich beim letzten Mal herkam.

Bald kam ich zur Abzweigung, wo es nun hieß, sich vom „Jakobsweg-Carnuntum“ zu verabschieden und ab sofort dem „Jakobsweg-Wien“ zu folgen.

 

Über das Kraftwerk Freudenau ging es auf die Donauinsel, auf welcher ich in Richtung Norden unterwegs war. Da man hier die ganze Zeit auf dem Geh- und Radweg unterwegs ist und das Wetter geradezu perfekt war, waren dementsprechend viele Radfahrer unterwegs.

Für mich kein Problem, mit Amy wäre es jedoch stressig geworden.

Der gesamte Weg führt auf Asphalt und ich fand auch keinen wirklichen Zugang, wo sie sich im Wasser hätte abkühlen können.

 

In der Entfernung konnte man schon die Hochhäuser der Wiener City (DC Tower, Donau-City, …) sehen.

Kurz vor Verlassen der Donauinsel kam ein schnelles „BOM CAMINHO“ von einem Radfahrer, der von hinten kam. Ich war so perplex, dass ich ihm nur ein noch schnelleres „THANK YOU“ nachrufen konnte.

Warum auf Englisch??? Das kann ich echt nicht mehr sagen. Ich denke aber, dass ich mit den Gedanken gerade in Spanien war 😉

 

Zusatzinfo:

“Bom Caminho” – “Guten Weg” wünschen sich Pilgerinnen und Pilger in Portugal

“Buen Camino” in Spanien, oder

“Ultreia”, das ist der überlieferte Pilgergruß überall und bedeutet so viel wie “Vorwärts…”.

 

Nächster Halt war in der Kirche von Kaisermühlen, in welcher ich nach kurzer Suche den schönen Stempel fand und in meinem Tagebuch und natürlich in meinem Credencial verewigte.

 

Beim DC Tower angekommen, musste ich feststellen, dass auf Grund der Baustelle auf der Reichsbrücke, eine Sperre des Weges (zwar mit Umleitung, die jedoch im Kreis zu führen schien) anstand. Da ich nicht umsonst mehrfach im Kreis laufen wollte, fragte ich beim Portier im Tower nach, ob er eine Alternative kennt. Glück gehabt. Er hat mir den Weg so erklärt, dass ich am nördlichen Geh-/Radweg über die Brücke gehen konnte. Dies war eine Wohltat, da ich mich hier noch dazu im Schatten befand. Auf der Südseite der Brücke hätte ich wieder nur die pralle Sonne gehabt.

Kurz nach der Brücke konnte ich leicht auf die andere Straßenseite wechseln und sogleich den nächsten Pfeil ausmachen. Ich war wieder auf dem richtigen Weg!

 

Nächster Halt war am Stephansplatz, wo der Stephansdom das nächste Ziel war. Da es hier massiv von Touristen wimmelte, ging ich nicht, wie geplant in den Dom, sondern direkt in die heiligen Hallen des „Quo Vadis“, einem Ort der Begegnung, wo ich einen guten Kaffee bekam und nette Gespräche während meiner Pause führte.

http://www.quovadis.or.at/ Hier kann man auch das Credencial und so manche Jakobsweg Souvenirs kaufen. Sie sind auch die Initiatoren des „Jakobsweg-Wien“.

Da ich nun erst etwa die Halbzeit des heutigen Tages erreicht hatte, musste ich mich leider eher schnell wieder verabschieden.

 

Der gut markierte Weg führte mich entlang der typischen Wiener Sehenswürdigkeiten (Hofburg, Heldenplatz, Kunsthistorisches Museum) über die Mariahilfer Straße und den Westbahnhof bis zum Schloss Schönbrunn.

Kurz bevor ich dort ankam, ging ich noch durch den Auer-Welsbach-Park, wo ich endlich im Schatten eine längere Pause machen konnte.

 

Bis dahin fühlte ich mich wie ein Hähnchen am Grill! Sonne von Oben, Hitze von den Hauswänden und vom Asphalt. Ich wundere mich noch heute, dass meine Schuhsohlen nicht geschmolzen sind *lach*.

 

Nach dem „links liegenlassen“ des Schlossparks fing es endlich an ruhiger zu werden. Die Menschenmasse im Zentrum und auf der Mariahilfer Straße waren wirklich unangenehm.

 

Hier führte der Weg nicht an der Hauptstraße, sondern in versetzten Seitenstraßen weiter in Richtung Nord/West.

Zu meiner Freude wechselte die Wegführung bald auf den „Wienfluss-Weg“ welcher kühler und ruhiger vom Verkehrslärm war, da nur ein Geh- und Radweg.

 

So schön dieser Weg nun auch war, sah ich in der Entfernung, wie sich dunkle Gewitterwolken aufbäumten. Da es kurz darauf auch noch zu Donnern begann, entschied ich mich auf Höhe Mariabrunn, den Weg direkt am Wasser zu verlassen und über den Straßenverlauf weiter zu gehen.

Dies war eine sehr gute Entscheidung, da es kurz darauf anfing wie aus Kübeln zu gießen.

Zu meinem Glück konnte ich mich noch rechtzeitig bei einem Vordach unterstellen und so den schlimmsten Schauer abwarten. Als der Regen nur mehr „normal“ war, beschloss ich, den Weg wieder auf zu nehmen.

Ok, das war dann wohl wirklich schon alles. Nach etwa 15 Min. konnte ich den Poncho wieder ausziehen bzw. über den Rucksack hängen, damit er trocknen konnte.

 

Auf ging es die letzten Meter nach Purkersdorf!

 

Am Ort der Begegnung am Vorplatz der Pfarrkirche Purkersdorf setzte ich mich erst einmal hin, um eine kurze Pause zu machen. Anschließend besichtigte ich natürlich die Kirche und holte mir den hart verdienten Stempel.

 

Nach einem netten Gespräch mit einer Verkäuferin bekam ich den Tipp, per Zug zum Westbahnhof zu fahren, um dann mit der U-Bahn bzw. nach einem weiteren Umstieg in die S-Bahn Kostengünstig zurück nach Schwechat zu kommen. So entkam ich auch dem Schienenersatzverkehr, welcher bei meiner geplanten direkten Verbindung auf mich gewartet hätte.

Bei der Buchung über die ÖBB App, musste ich wirklich mehrfach überprüfen, ob dies wirklich richtig ist. Für alle 3 Verkehrsmittel und die gesamte Strecke bezahlte ich gerade einmal 4,20€! Ein unschlagbarer Preis!

Noch dazu hatte ich das Glück, dass der nächste Zug sehr schnell kam und ich nach nur knapp 45 weiteren Minuten schon am Bahnhof Schwechat das Auto sehen konnte.

 

Fazit des Tages:

Sehr gute Entscheidung, Amy hier nicht mit zu nehmen! Die Hitze und das größtenteils fehlende Wasser zur Abkühlung hätten ihr das Leben in Zusammenhang mit den Menschenmassen und der doch langen Strecke absolut nicht erleichtert!

Für mich selbst war diese lange Etappe sehr gut zu händeln und ich bin froh, sie hinter mir zu haben. Mir liegen Naturpfade definitiv besser. Nichtsdestotrotz gehören auch solche Abschnitte zum Weg dazu.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157715200824892/with/50142011036/

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vXOnMBGYD5v

 

Buen Camino

Steff

Das 1. Mal mit dem Big Pack unterwegs!

Donnerstag, 08.10.2020

Datum: 08.10.2020

 

Das 1. Mal mit dem Big Pack unterwegs!

 

Ich hatte das Glück und konnte mich für das Wochenende freispielen und auch Pamela hatte nichts dagegen, wenn ich mich verdünnisiere 😉

 

Somit kam, was einmal kommen musste und ich suchte mir lt. meiner erstellten Packliste alles für den geplanten 5 Monats Trip zusammen.

 

Oh mein Gott ist das viel Zeugs!

Immerhin muss ich Gewand für den Zeitraum Hochsommer – Winter mitnehmen.

Die Küche, das Zelt, der Schlafsack und die Waschmaschine, waren gemeinsam mit dem Gewand und den kleineren Utensilien schnell verpackt, da kam das 1. Problem zum Vorschein!

Ich möchte mir unbedingt abgesehen von den Wanderschuhen noch 1 Paar Trail Runner (Sportschuhe leicht) und 1 Paar Sandalen (für die Unterkünfte) mitnehmen. Prinzipiell ja auch keine Tragik, wäre da nicht das Problem meiner Schuhgröße frown Normalerweise trage ich Größe 48. Alleine die Trail Runner habe ich jedoch wegen dem Anschwellen der Füße in 50 ½ mit!

Man kann sich ausrechnen, wie eng es da im Schlafsack/Schmutzgewand Bereich wird.

Mit Müh und Not konnte ich alles hineinstopfen und auch noch verschließen, ohne, dass die Reißverschlüsse sofort den Geist aufgaben.

 

Dank eines Pilgers (Danke Michael U.), welcher so unterwegs war und davon eine tolle YouTube Serie machte, wie es mir vorschwebt, konnte ich mir ein gutes Bild der Möglichkeiten machen und habe mir das mit dem Front Rucksack für Essen/Trinken und diverse Kleinigkeiten im Schnellzugriff abgeguckt.

 

Dies schaut zwar nicht gerade gemütlich aus, hilft aber extrem, da das Gegengewicht die Stabilität verbessert.

 

Auch, wenn ich es lieber vermieden hätte: Der Gang auf die Waage war notwendig!

Inkl. 3l Wasser, Verpflegung für 3 Tage (für Amy und mich!) kam ich auf unglaubliche 33Kg!

Na das wird ein Spaß!!!

 

Spoiler Alarm:

Da ich diesen Blog Eintrag schreiben konnte, könnt ihr davon ausgehen, dass ich überlebt habe 😊

 

Die Vorfreude stieg von Minute zu Minute und so legte ich mich spät, aber doch um 00:30 Uhr ins gemütliche warme Bett, um die Zeit entspannt zu überbrücken.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157716408142527

 

Gute Nacht!

Steff

Der wunderbare Wienerwald!

Freitag, 09.10.2020

Tag 4

Datum: 09.10.2020

Strecke: Purkersdorf – Klosterruine Riederberg

Daten: 10Km 364Hm 3Std 30Min inkl. Pausen

Kosten: Jause ca. 5€

 

Der wunderbare Wienerwald!

 

Nach einem arbeitsreichen Tag in Bad Ischl, trafen Amy und ich um ca. 15:00 Uhr in Purkersdorf ein.

Abmarschbereit ging es bepackt wie ein Muli vom P&R Parkplatz zum vor der Kirche befindlichen „Jakobus-Platz“.

 

So einige Passanten guckten mich schon auf diesen etwa 500 Metern entgeistert an. Ich denke, mit dem großen 60+15l Big Pack, dem „kleinen“ 12l Front Pack, meinen Stöcken und Amy an der Leine, machte ich den Eindruck, eine Weltreise durchzuführen (wäre auch mal nett laughing).

 

Beim Jakobus-Platz genoss ich noch meinen letzten Kaffee, bevor ich mich auf die Suche nach der 1. Markierung begab.

Kaum wollte ich aufbrechen, fiel ein älterer Herr einfach so am Gehsteig um. Amy legte ich ab und lief mit meinen beiden Rucksäcken bepackt hin, um der netten schwangeren Frau, welche sich bereits um ihn kümmerte, zu unterstützen. Gemeinsam konnten wir dem Herrn wieder aufhelfen.

Es ging ihm soweit gut. Er hat sich nicht verletzt und lt. seiner Aussage, passiert ihm das immer wieder einmal.

Da er in den nächsten Bus einsteigen wollte, habe ich noch mit ihm gewartet und den Fahrer über das Malheur informiert, damit er ein Auge auf ihn hat. Zum Glück kannte der Fahrer den Mann bereits und es war daher auch kein Problem. Ende gut, alles gut!

 

Mit dieser gut 20 minütigen Verspätung, konnten wir dann endlich unseren Weg beginnen.

 

Nach ein paar Metern entlang der Hauptstraße, ging es nach rechts in die Siedlung hinauf, wo sich kurze Zeit später bei einer Abzweigung der Weg in den Wald verabschiedete.

Ab nun hieß es: Hallo Wienerwald!

 

Es ging bergauf und bergab. Ok, mehr bergauf als bergab. Aber die Motivation war groß und das Gewicht erstaunlich gut zu tragen! Also kurzen Fotostopp machen, tief durchschnaufen und wieder weiter! Immer schön einen Schritt nach dem Anderen.

 

Jeder Schritt in die richtige Richtung, bringt uns näher an unser Ziel!

 

Das Wetter war bestens zum Wandern geeignet und so störte es gerade im Wald auch nicht, wenn hin und wieder ein Luftzug das nasse T-Shirt zu trocknen versuchte.

 

Es war einfach traumhaft ruhig im Wald und bis auf etwa 10 andere Spaziergänger/Sportler, waren Amy und ich unter uns.

 

Die Sonne begann bereits gegen 17:30 Uhr hinter den Bäumen zu verschwinden, was es im dichteren Wald schnell dunkel werden ließ.

 

Um ca. 18:30 Uhr erreichten wir die Kloster Ruine „Paradeis“ (mittelalterliche Bedeutung von Paradies) bei Ried am Riederberg. Hier fanden wir eine Quelle, einen Unterstand mit Sitzgelegenheit und Tisch, sowie einem Steinboden und sogar einer ebenen Fläche für unser Zelt vor. Das war dann wohl die perfekte Möglichkeit diesen Platz für das Nachtlager zu verwenden!

Da es nun schnell dunkel wurde, entschloss ich mich dazu, zuerst Amy ihr wohl verdientes Abendessen zu kredenzen, dann das Zelt aufzubauen, um dann gaaaaaanz am Schluss noch etwas trockenes Feuerholz zu suchen, um auch mir ein Essen zubereiten zu können.

 

Im entspannten Licht des Ofens, konnte ich, während mein Risotto köchelte, den Tag Revue passieren lassen, den Tieren im Wald lauschen und den Fledermäusen bei ihren zackigen Bewegungen zuschauen. Dies hat Amy besonders gefreut, da es hier so einiges zu sehen gab.

 

Um 21:00 Uhr hieß es Licht aus und gute Nacht!

 

Fazit des 1. ca. 10 Km Tages mit der gesamten Ausrüstung:

Prinzipiell ging es trotz des Gewichts sehr gut! Nur die Nackenmuskulatur hat etwas gelitten.

Morgen kommt ein neuer Tag!

 

Zusatzinfo zum Relive Video:

Leider war die Aufzeichnung nicht korrekt, da die Strecke mit 5,7 statt der wirklichen 10Km (Ausschilderungen und GPX Daten) aufgezeichnet wurde. Ich habe dies im Video leider nicht korrigieren können.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157716404797691

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vxOQnDXM4M6

 

LG

Steff & Amy

Der Weg gibt dir, was du brauchst!

Samstag, 10.10.2020

Tag 5

Datum: 10.10.2020

Strecke: Klosterruine Riederberg – Würmla

Daten: 24Km 362Hm 8Std 30Min inkl. Pausen

Kosten: Frühstück 7€; Zimmer 22€; Abendessen 15€

 

Der Weg gibt dir, was du brauchst!

 

Nach einer unruhigen, aber schönen Nacht im Zelt (ein Wahnsinniger nutzte die Waldstraßen für seine Rallye Runden für gut 4 Stunden…), bekamen Amy und ich unser Frühstück. Es gab Müsli und warmen Kaffee, welcher auch nötig, war, da es ab 03:00 Uhr richtig frisch und feucht wurde.

Noch schnell das Zelt und die Sachen zusammengepackt, den Platz aufgearbeitet, so, dass niemand sehen konnte, dass hier ein Zelt stand und los konnte es gehen.

 

Tja, Pech! Wie schon gestern, musste der Aufbruch etwas nach hinten verlegt werden, da Just in diesem Moment ein Radfahrer, welcher ebenfalls im Zelt übernachtet hat, vorbeikam. Während unserem netten Gespräch über das Pilgern und generell die Natur, gesellte sich noch ein weiterer Pilger zu uns, welcher trotz Knieprothese auf dem Weg zu sich selbst ist! Er hat meinen Respekt!

Es ist eine wahnsinns Leistung, welche er hier vollbringt!

Ich wurde von beiden bewundert, dass ich mich mit dieser Last auf den Weg begeben habe.

Patric hatte auch schon unterwegs von mir erfahren … „Da ist ein Wahnsinniger vor dir!“ 😉

Freut mich, dass ich bereits Anerkennung erhalten konnte 😊

 

Jetzt aber mal los! Der Weg wartet auf uns!

 

Nach etwa 5 Km kamen wir (Amy und ich) nach Sieghartskirchen und beim Wirtshaus „Die Kleine Post KG“ richteten sie gerade den Hof für die Gäste her. Kurze Frage, ob ich hier ein Frühstück bekommen könnte, wurde mit „Ja sicher doch“ bestätigt. So setzten wir uns und ich bestellte mir einen Kaffee Latte, sowie eine Eierspeise mit Kräutern und Gewürzen. Amy bekam natürlich ein Stück der ebenfalls erhaltenen Semmel, zusätzlich zu ihren Leckerlies ab.

 

Mit Sieghartskirchen haben wir auch schon den wunderschönen Wienerwald hinter uns gelassen und so ging der weitere Weg über leichte Hügel zwischen den Feldern und immer wieder kurzzeitigen Ausflügen durch Wäldchen weiter.

Um die Muskulatur etwas zu schonen, (meine Waden, Oberschenkel und Schultern merkten, dass wir etwas taten) legten wir immer wieder Pausen ein, wodurch der Weg aber auch mehr genossen werden konnte.

Kurz nach einer dieser Pausen, traf Patric bei uns ein und wir gingen ein Stück gemeinsam, bevor er sich auf Grund von Schmerzen mit seiner Prothese setzen musste. Amy und ich gingen jedoch weiter, da wir ja erst kurz davor eine Pause machten.

 

Kurz vor Siegersdorf sah ich, dass es eine tolle Möglichkeit für Amy gab, sich im Fluß abzukühlen. Diese Pause nutzte ich zum Verzehr einer mitgetragenen Banane. So wird auch das Front Pack etwas leichter *gg*.

 

Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wusste: nur etwa 200m weiter steht ein schöner Jakobsbrunnen. Hier füllte ich unsere Wasservorräte wieder auf und trank mich gleich noch mit genügend Wasser voll.

Hier gäbe es auch die Möglichkeit für Pilger in einer Blockhütte nach Voranmeldung zu nächtigen!

Wir wollten jedoch weiter nach Würmla, welches wir nach weiteren etwa 7Km erreichen würden.

 

Nächster Stopp war bei der Jubiläumswarte, welche wir natürlich auch noch erklommen haben, um die Aussicht zu genießen.

 

Weiter am Weg machten wir in einem Waldstück bei der Bildeiche eine weitere Pause, wobei ich von einer netten Dame selbstgebackene gesunde Kekse (Banane, Nüsse, CornFlakes usw) geschenkt bekam.

 

DER WEG GIBT DIR, WAS DU BRAUCHST => ICH BRAUCHTE DIESE KEKSE!

Vielen Dank an die Retterin in der Not 😊

 

Kurz vor Würmla machten sich meine Schlüsselbeine extrem bemerkbar, da die Lösung der Lastverteilung des Front Packs per Karabiner zwar gut gedacht, aber schlecht ausgeführt war. Die Karabiner drückten genau auf den Knochen, was zu erheblichen Schmerzen führte.

Bei einer der notwendigen kurzen Verschnauf- und Entlastungspausen traf ich ein Pärchen, welches mit ihren Hunden auf der Gassirunde war. Er gab mir den Tipp, den Karabiner etwas höher an einer anderen Aufhängung zu fixieren. Damit wäre zwar der Schwerpunkt höher, aber das Drücken sollte besser werden. Diesen Tipp werde ich beherzigen und mit den im Rucksack befindlichen längeren Doppelkarabinern austesten.

 

In Würmla angekommen, hörte ich, während ich am Vorplatz der Kirche meine Sachen ablegte, dass jemand im Pfarrgarten den Besen schwang. In der Kirche fand ich auch keinen Stempel, daher klopfte ich an der Holztüre und fragte, ob ich diesen bekommen könnte.

Der Pfarrer war so nett und stempelte mir mein Credencial ab.

 

Da sich nun das Wetter extrem schnell zu verschlechtern schien, entschied ich, heute auf das Zelten zu verzichten und dafür eine Pilgerunterkunft zu suchen.

Das auf den Tafeln erwähnte und von mir ins Auge gefasste „Gasthof Burger Kirchenwirt“ hatte leider geschlossen, worauf ich mich per Handy auf die Suche nach einer Alternative machte. Hmmm kein Glück! Niemand hebt ab! Egal, wo ich es versuchte!

Was tun sprach Zeus: Auf gut Glück beim Gasthof Burger angerufen und laaaaange läuten gelassen. Man merkte, dass die Verbindung auf eine andere Leitung (Handy) weiter geschalten wurde. Dies war mein Glück, da der Senior Chef wirklich abhob und mir ein Zimmer anbieten konnte!

Kaum traf ich mich mit ihm im Innenhof des Gasthofes, fing der Wind extrem an und auch der Regen ließ nicht mehr lange auf sich warten. Da das Frühstück erst um 08:00 Uhr angeboten wurde, beschloss ich, dieses auszulassen, da ich schon früh starten wollte.

 

Im Zimmer angekommen, begutachtete ich die 2 vorhandenen alten Betten mit hohem Fußteil, welche mir für meine Länge als nicht bequem erschienen. Abgesehen davon, konnte ich mit der am Boden liegenden Matratze viel besser mit Amy kuscheln. Also stand fest: ich schlafe bei Amy unten! Hauptsache im Warmen und Trockenen!

 

Nachdem Amy ihr Abendessen bekommen hatte, fiel sie in einen zufriedenen Schlaf, welchen ich ausnutzte, um ins etwa 400m entfernte Beisl „Ins Klane“ zu gehen und eine Pizza zu essen.

 

Zurück bei Amy, habe ich erst einmal eine Brausetablette Magnesium zu mir genommen, da ich merkte, wie meine Muskulatur arbeitete. NOCH hatte ich keine Krämpfe! Das änderte sich aber schlagartig, nachdem ich mich entspannt auf die Matratze setzte, um das Tagebuch zu schreiben. Krämpfe in beiden Waden. Na toll… Diese waren aber zum Glück schnell wieder vorbei und kamen auch nicht mehr wieder.

Warum auch immer, bekam ich in meinem rechten kleinen Finger einen Krampf, der mir den bereits erwähnten bis auf die Handinnenseite hereinbog und die Sehne bis zum Ellbogen auf Spannung brachte. Dieser Krampf dauerte fast 10 Minuten und konnte nur durch extrem notwendiges Massieren und Dehnen wieder gelöst werden. Zum Glück kam auch dieser nicht noch einmal!

Bevor ich mich in die Waagrechte begab, um mich zu entspannen und zu schlafen, habe ich mich noch brav bei Pamela gemeldet, um ihr zu sagen, dass bei uns alles OK ist!

 

Die Krämpfe, der Muskelkater, sowie die Druckstellen durch die Karabiner waren nicht erwähnenswert. Hauptsache es geht uns gut!

 

Zusatzinfo zum Relive Video:

Auch hier war leider die Aufzeichnung nicht korrekt, da die Strecke mit 15 statt der wirklichen 24Km (Ausschilderungen und GPX Daten) aufgezeichnet wurde. Ich habe dies im Video leider nicht korrigieren können.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157716428479012

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vZqNP8GVY3O

 

Buen Camino

Steff

Geh langsam! Du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst!

Sonntag, 11.10.2020

Tag 6

Datum: 11.10.2020

Strecke: Würmla – Stift Herzogenburg

Daten: 19Km 230Hm 6Std 40Min inkl. Pausen

Kosten: Frühstück 4,5€; Zug zurück nach Purkersdorf 15€; Abendessen 19€

 

Geh langsam! Du kommst doch immer wieder nur zu dir selbst!

 

Früh um 06:00 Uhr läutete der Wecker und wir packten uns zusammen. Hier nahm ich mir auch den Rat von gestern zu Herzen und veränderte die Aufhängung mit den Karabinern. Mal schauen, wie sich diese kleine Korrektur auswirken würde.

 

Um 07:15 Uhr verließen wir die Unterkunft und gingen ein Stück in die falsche Richtung, um uns beim Bäcker noch mit einem Frühstück einzudecken, welches wir aber erst später genießen würden.

 

Zum Glück hat der Regen bereits aufgehört. Trotzdem hatte ich zur Sicherheit die Regenhose und Jacke an, sowie beide Rucksäcke mit dem Regencape geschützt.

 

Nach gut 3Km kam ein schöner Pilger Rastplatz mit Brunnen und Sitzgelegenheit, wo wir unser Frühstück (für Amy eine Semmel und für mich ein Mohnflesserl mit Butter, sowie ein Schokocroissant) genüsslich verspeisen konnten. Da ich keinen frischen Kaffee bekommen konnte, habe ich mir in weiser Vorahnung im Zimmer noch heißes Wasser in die Thermoskanne gegossen, welches nun mit Pulver Cappuccino verfeinert wurde.

 

Weiter ging es entlang von Feldern und dem Perschling Hochwasserkanal. Hier konnte Amy ihren verdienten Freilauf genießen, bevor ich sie wieder an die Leine nahm, damit sie sich nicht zu sehr verausgaben konnte. Sie bekam generell immer wieder kurzfristig die Möglichkeit eines Freilaufes. Bei den Pausen war sie immer frei, da sie sowieso bei mir in der Nähe blieb bzw. meistens sogar ganz brav gelegen ist, da sie nun auch schon wusste, dass es noch weiter gehen würde.

 

Bei Langmannersdorf wurden die Jakobsweg Schilder zusätzlich mit privat erstellten Wegweisern inkl. Jakobsmuschel ausgewiesen.

An einer Kreuzung in den Feldern stand ein Stein, auf welchem sich ein sehr schön gestalteter Wegweiser mit dem Pfeil, einer Muschel und dem Schriftzug „Santiago De Compostela“ befand.

Die Richtung stimmt also schon einmal 😊

 

An dieser Kreuzung befand sich auch noch ein Marterl, wo eine Bank stand. Hier fand ich unter dieser Bank eine Muschel, welche vermutlich an einem Rucksack befestigt war, da die Schnur gerissen schien. Ich habe diese an dem schönen Wegweiser abgelegt und befestigt.

Möge der Anblick dem nächsten Pilger Freude schenken.

 

Mit gemütlichen Schritten durch das Tullnerfeld näherten wir uns dem Mittelpunkt Niederösterreichs, welchen wir trotz kurzem Umweg besichtigt hatten.

Leider hatte der Kiosk geschlossen (Corona bedingt). Ich hätte mich auf einen Kaffee gefreut.

 

Nach einer weiteren leichten Anhöhe, wo wir entlang einiger Weingärten gingen, konnte ich in der Entfernung bereits das 1. Mal den Glockenturm des Stiftes Herzogenburg entdecken.

Dies würde für heute unser Endziel sein!

 

Der Weg durch die weiten Felder und leider auch ein Stück entlang der Bundesstraße zog sich noch etwas, war aber durch die Tatsache, das Ziel vor Augen zu haben, leicht zu bewältigen.

 

So war es dann auch, dass wir an der Mauer des Stiftes ankamen und dieser entlang den Weg zum Eingang suchten.

 

Leider hatte der Shop/das Besucherbüro geschlossen, so befürchtete ich schon, hier wieder Pech mit dem Stempel zu haben.

 

Wieder erwies sich der Weg als gnädig und durch Zufall kam Probst Stockinger vorbei. Ich fragte ihn, ob ich wo den Stempel finden könnte. Er meinte: Ja, den kannst du gerne von mir haben.

TOLL! Während wir uns auf den Weg machten, um mir den gewünschten Stempel in das Credencial und das Tagebuch zu stempeln, erzählte er mir von seinem Weg, da auch er schon die gesamte Strecke gegangen war. Dies könne er mit 9! vollen Pilgerpässen bekunden! WAHNSINN!

 

Nach diesem netten Gespräch begaben sich Amy und ich auf den Weg zum kleinen Bahnhof Herzogenburg Stadt, von wo aus der für Amy angenehmste Rückweg nach Purkersdorf möglich war. Ich wollte ihr den Maulkorb so kurz als nötig anlegen müssen. Nach etwa 1,5 Std. Wartezeit, konnten wir die Fahrt mit nur 1x Umsteigen in St. Pölten hinter uns bringen.

 

Da ich am folgenden Tag zufällig dienstlich in Purkersdorf sein würde, übernachteten wir in Gablitz, wo ich noch ein sehr leckeres chinesisches Abendessen zu mir nahm.

 

Fazit des Tages:

Die Korrektur der Karabiner für den Front Pack, hat sich bezahlt gemacht! Keinerlei Probleme mit den Schlüsselbeinen mehr!

Im Endeffekt muss ich sagen, dass das Gehen trotz des Gewichts absolut möglich ist. Natürlich ist alles anstrengender und langsamer, aber es ist möglich! Mal schauen, was ich noch abspecken bzw. von der Beladungsweise verändern werde. Einige Ideen habe ich dazu auf jeden Fall gewonnen.

 

Zusatzinfo zum Relive Video:

Auch hier war leider die Aufzeichnung nicht korrekt, da die Strecke mit 9 statt der wirklichen 19Km (Ausschilderungen und GPX Daten) aufgezeichnet wurde. Ich habe dies im Video leider nicht korrigieren können.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157716425599581

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/v1vjAMAKpJq

 

Buen Camino

Steff & Amy

3 Tage zum Genießen!

Donnerstag, 13.05.2021

Tag 7

Datum: 13.05.2021

Strecke: Herzogenburg – Göttweig - Furth

Daten: 19,8Km 539Hm etwas über 5 Std. 50 Min. inkl. Pausen

Kosten: Kaffee 5€

 

3 Tage zum Genießen!

 

Heute war es endlich so weit. Pamela brachte uns mit dem Auto nach Herzogenburg, wodurch sich Amy 2 Std. mit Mauli im Zug ersparte.

 

Der Wetterbericht sagte leider die kommenden 2 Tage Regen voraus, was uns aber nicht aufhielt.

 

Gesagt getan, starteten wir unseren Weg nach Göttweig.

Der Weg verlief wieder abwechslungsreich und auch der Regen war, geschuldet der guten Ausrüstung, gut zu überstehen.

Bei Maria Ellend fanden wir einen Unterstand mit Sitzgelegenheit, welchen wir sofort für eine Pause im Trockenen nutzten. Kurz danach sahen wir das Stift Göttweig vor uns auf einem Hügel in voller Pracht. Wohl ahnend, dass am Ende der Etappe ein 120m Anstieg auf kurzer Distanz auf uns wartete.

Zuvor aber ging es noch am gegenüberliegenden Hang durch einen schönen Wald.

Nun war es so weit: Der Anstieg wartete.

Auch diesen meisterten wir und konnten nun das Stift besichtigen.

 

Da wir sehr gut in der Zeit lagen, gingen wir noch weiter nach Furth, wo wir einen Weinbauer trafen, welcher uns das Zelten hinter der Weinlesehütte erlaubte. So waren wir zumindest vom Wind geschützt. Während einer Regenpause noch schnell das Wasser für das Abendessen erhitzt, welches gemütlich im Zelt verspeist wurde. Durch den Regen war der Tag doch anstrengend, darum gingen bei uns auch schon um 20:00 Uhr die Lichter aus.

Gegen Mitternacht hörte der Regen auf. Amy nutzte die Gelegenheit, noch einmal austreten zu können, bevor es zurück in den Schlafsack ging.

 

Fazit des Tages:

Wenn du Probleme mit neuen Schuhen trotz Einlaufen hast, geh zum Schuster deines Vertrauens. Er findet eine Lösung 😉

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157719197462519

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vYvrAjzLZxq

 

Buen Camino

Steff & Amy

Die wunderbare Wachau!

Freitag, 14.05.2021

Tag 8

Datum: 14.05.2021

Strecke: Furth – Maria Langegg – Ruine Aggstein

Daten: 26,2Km 822Hm etwas über 9 Std. 50 Min. inkl. Pausen

Kosten: Frühstück 4,80 €; 2x Kaffee 3 €; Abendgetränke 7,70 €

 

Die wunderbare Wachau!

 

Die Nacht war durch den Regen und Wind bei ca. 6°C doch recht frisch, was uns um 05:15 Uhr dazu bewog, aufzustehen, zu frühstücken und alles fertig für den Tag zu machen.

 

Um 07:15 Uhr starteten wir bei Nieselregen in Richtung Mautern.

Der Geruch frischer Backwaren, nötigte mich dazu, etwas für später zu kaufen. Auch konnte ich unsere Wasservorräte auffüllen, was perfekt war, da es die nächsten 20 Km keine Möglichkeit dazu gab!

 

Der Weg führte uns anfangs zwischen Feldern umher, wo wir 1x mitten durch eines dieser Felder mussten. Ja, lt. Wegweiser! Und Ja, nach dem Regen der letzten Stunden war es eine tolle Schlammschlacht.

 

Nach einiger Zeit kamen wir dann in den „Dunkelsteiner Wald“.

Wunderschön, aber auch anstrengend, da es immer Auf und Ab ging.

2 markante Punkte waren der „Schoberstein“ und das „Herrenplatzl“.

 

Ankunft in Maria Langegg. Leider konnte ich nur 1 Foto von Innen machen, da genau in diesem Moment eine Messe begann, wo ich natürlich nicht stören wollte.

Also die neben der Kirche befindliche WC Anlage aufgesucht und am Brunnen Wasser geholt. Danach ging es weiter zur Ruine Aggstein.

 

Auch dieser ca. 1-stündige Weg führte über einige Höhenmeter hinauf, bevor wir endlich die Ruine vor uns sehen konnten.

Hier erst einmal beim Shop mit Getränken und Kaffee eingedeckt, um den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben.

Während ich mich angenehm mit der Mitarbeiterin im Shop unterhielt, fragte ich, wo es die nächste Möglichkeit zum Campen geben würde.

Leider war ihre Antwort, dass dies wohl erst in Schönbühel möglich wäre. Nach kurzem Überlegen schlug sie mir vor, mir am oberen Parkplatz ein Plätzchen zu suchen. Da ich sowieso früh morgens wieder zusammenpacken würde, wäre dies kein Problem. Vielen Dank an dieser Stelle an das „Burgfräulein“ Frau Jäger.

 

Da es ab ca. Mittag trocken blieb, nutzte ich die letzten Sonnenstrahlen, um das Zelt und den Schlafsack zu trocknen.

Während dem Abendessen gesellte sich noch ein Pärchen mit ihrem Camper zu uns und wir quatschten noch eine Zeit lang über alles Mögliche. Trotz diesem netten Gespräch ging es eher bald zurück ins Zelt, da ich noch mit Pamela telefonieren wollte und das Ausstrecken auf der Matratze eine Wohltat war.

 

Abends kein Regen, nur leichter Wind, aber Vorhersage für die Nacht von wieder nur 6°C.

Da hieß es wieder, dick einmummen und mit Amy kuscheln!

 

Fazit des Tages:

Gut, dass ich in der Bäckerei Wasser aufgefüllt habe, da ich die Information über fehlende Brunnen oder Quellen nirgendwo gefunden habe.

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157719200264688

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vmqX2jAxZLO

 

Gute Nacht

Steff & Amy

Genieße jede Sekunde des Tages!

Samstag, 15.05.2021

Tag 9

Datum: 15.05.2021

Strecke: Ruine Aggstein - Melk

Daten: 23,8Km 578Hm etwas über 7 Std. 50 Min. inkl. Pausen

Kosten: Eis 2,60 €; Kaffee 3,80 €;

 

Genieße jede Sekunde des Tages!

 

Nach einer ruhigen, aber frischen Nacht, weckte mich Amy erneut um 05:15 Uhr auf, da auch die Vögel munter waren.

 

Mein Glück!

Dadurch sahen wir einen schönen Sonnenaufgang und die Ruine im goldgelben Licht!

 

Da ich gestern leider den Stempel vergas, habe ich mir extrem Zeit gelassen mit Frühstück und dem Zusammenpacken. Es hat sich gelohnt! Um kurz vor 9 Uhr konnte ich einen wunderschönen Stempel in meinem Credencial und Tagebuch verewigen.

 

Der „Eselsteig“ ließ beim Abstieg alle Muskeln aufwachen.

Nach etwa 1,5 Stunden erreichten wir die Kartause Aggsbach, welche natürlich auch besichtigt wurde. Während ich in der Kirche war, begann der anwesende Geistliche auf der Orgel zu spielen, was der Besichtigung einen besonderen Effekt verlieh.

 

Da wir erst um 09:30 Uhr starteten, durften wir trotz der vielen Steigungen nicht zu sehr trödeln, da uns ja Pamela in Melk abholen wird.

So gingen wir strammen Schrittes bergauf, bergab und auch gerade aus. Machten immer wieder kurze Pausen und genossen mit jedem Schritt die Natur.

 

Da es schon den ganzen Tag schön war, wurden unsere Wasservorräte bei einer netten Familie wieder gefüllt. Amy genoss die Pause im Schatten.

 

Während wir im schattigen Einschnitt neben der Pielach unterwegs waren, meldete sich Pamela, dass sie bereits da sei.

Nun denn, Kräfte sammeln für die letzten Meter und weiter.

 

Wir nahmen kurz vor dem Stift Melk die Abkürzung direkt zum Treffpunkt beim Besucherparkplatz, wo sich Amy gemütlich bei Frauli ausrasten konnte, während ich mir noch den Stempel im Stift holte.

 

Alles in Allem waren die letzten 3 Tage trotz Regen und Kälte GENIAL!

Nur mit dem Gewicht muss ich mir unbedingt noch was einfallen lassen.

Trotz Ausmisten vor diesem Trip, hatte ich auf jeden Fall noch zu viel mit dabei.

 

Fazit des Tages:

Auch, wenn es anstrengend und heiß ist. Genieße jede Sekunde, denn das ist es wert!

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157719206606836

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vdvmDPZL4xq

 

Bis zum nächsten Mal

Steff & Amy

Nutze die Zeit, die du hast!

Freitag, 03.09.2021

Tag 10

Datum: 03.09.2021

Strecke: Melk - Hasling

Daten: 16,2Km 268Hm 5 Std. 10 Min. inkl. Pausen

Kosten: Jause, Eis und Getränke ~13 €

 

Nutze die Zeit, die du hast!

 

Das Wetter passt, Zeit habe ich auch, Pamela sagt „Dann mach mal!“ => Ergebnis: Weiter geht´s!

 

Andi war so nett und brachte Amy und mich zum Parkplatz beim Stift Melk, wo wir die letzte Etappe beendet hatten und uns Pamela abholte.

Nach einem netten Quatscherl (Gespräch unter Freunden) wo wir uns noch ein wenig stärken konnten, starteten wir um ca. 14:00 Uhr in die Etappe in Richtung Artstetten/Maria Taferl.

 

Zuerst durchquerten wir noch die Altstadt von Melk, wo wir von so manchem Anwesenden bestaunt wurden. Immerhin war ich wieder mit dem Big Pack und Amy unterwegs.

Unterhalb der Altstadt konnten wir noch einen schönen Blick auf das Stift mit den herausstechenden Türmen erhaschen.

 

Über die alte Brücke ging es dann durch den Auwald hinaus zur Donau, welcher wir stromaufwärts zum Kraftwerk folgten.

Nachdem wir dieses überquert hatten, folgten wir am nördlichen Donauufer der Markierung.

Da es wieder einmal knackig warm war, vergönnte ich Amy jede mögliche Pause beim/im Wasser, um sich abzukühlen.

 

Auf Höhe „Urfahr“ wiesen uns die altbekannten gelben Pfeile mit der Muschel und der Beschriftung „Österreichischer Jakobsweg“ in die Hügel gen Norden. Ab nun wusste ich nicht, wann wir wieder auf Wasser zur Kühlung von Amy treffen würden.

Was sich dahingehend bemerkbar machte, dass ich mich wieder oder besser noch mehr auf Amy konzentrieren musste. Immer schön beobachten, wie sie sich verhält, ob sie eine Pause braucht, Wasser aus dem Rucksack hergenommen werden muss, usw.

 

Kurz vor Geschäftsschluss kamen wir noch zu einem „Nah und Frisch“, welcher im Schatten eine Bank stehen hatte. Diese Gelegenheit nutzten wir für eine längere Pause. Wasser für Amy, ein Eis und einen kalten Kaffee für mich und dann noch die Wasservorräte im Rucksack wieder auffüllen, damit wir nicht in ein Problem laufen.

Immerhin begann auch schon schön langsam die Sonne tiefer zu stehen, was bedeutete, dass die nächsten paar Kilometer bereits zum Suchen des Lagerplatzes genutzt werden müssen.

 

So ein Pech aber auch! Nur kurz nach dem Geschäft kamen wir an einem „Hofladen“ vorbei, welcher etliche Leckereien im Angebot hatte. Leider konnte ich nichts mitnehmen, da unsere Vorräte auf Maximum waren.

 

Nachdem wir ein Stück durch einen Wald gegangen waren, wo sich Amy wieder einmal in einem Bach schön abkühlen konnte, fand ich den idealen Platz für unser Lager, bevor wir nach Artstetten kommen würden.

 

Zuallererst bekam Amy ihr hart verdientes Abendessen in Form des wohlbekannten Nassfutters, welches sie bei unseren Wanderungen erhält.

Anschließend nutzte ich die untergehende Sonne, um das Zelt aufzubauen und alles für die Nacht vorzubereiten. Nach einem sehr schönen farbenprächtigen Sonnenuntergang konnte ich mir um 20:30 Uhr endlich auch etwas zu essen machen.

Da es doch wieder ein anstrengender Tag war, immerhin waren wir am Vormittag noch brav in der Arbeit, vielen wir schon vor 22 Uhr in die Koje, wo sich Amy schön an mich kuschelte und ganz entspannt einschlief.

 

Huch, was ist denn jetzt los?

Nur kurz, nachdem ich die Augen geschlossen hatte, fing es an zu krachen. Da waren wohl Jäger unterwegs. Amy schaute nur einmal kurz hoch, stellte fest, dass ich ruhig war, worauf sie sich auch gleich wieder hinlegte.

Was zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war: die Knallerei ging bis 02:00 Uhr dahin. Mit einem Maximum von 27 Schuss in kurzer Reihenfolge.

 

Tja, geschlafen haben wir trotzdem 😉

 

Fazit des Tages:

Egal wie wenig Zeit du hast und wie wenige Kilometer du schaffst. Es ist DEINE Wohlfühlzeit und die will genossen werden!

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157719775208048

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/v26MxoZ5NEO

 

Buen Camino

Steff & Amy

Wieder ein wichtiger Wegpunkt erreicht

Samstag, 04.09.2021

Tag 11

Datum: 04.09.2021

Strecke: Hasling - Ybbs

Daten: 21,7Km 316Hm 9 Std. 15 Min. inkl. Pausen

Kosten: Frühstück 3 €, Kaffee und Jause 14 €, Andenken von Maria Taferl 13,50 €

 

Wieder ein wichtiger Wegpunkt erreicht

 

Der Morgen begann mit dem Hahn um 04:30 Uhr.

Amy wollte auch schon raus > ok, dann raus aus den Federn.

Erst einmal gut gestreckt und die Morgentoilette erledigen.

 

Während das Wasser heiß gemacht wurde, habe ich schon einmal mit dem Einräumen des Rucksacks begonnen.

Da es in der Nacht feucht wurde, nutzte ich die Gelegenheit und hängte die Zeltplanen über die geschlichteten Baumstämme, um sie in der Morgensonne, welche gerade über die Bäume zum Vorschein kam, im leichten Wind zu trocknen.

 

Kaum war ich mit dem Frühstück fertig, wurde Amy etwas unruhig. Sie hat wohl etwas hinter den Bäumen gehört. Ok, dann gehe ich mal todesmutig nachschauen, welches wilde Tier mich gleich anfallen wird. Immerhin muss ich ja Amy beschützen!

 

OH WIE SÜÜÜÜÜÜÜSSSSSSSSSSSSS kam mir doch ein freudig herumhüpfender kleiner Wuffi entgegen, welcher mit seinem Herrchen gerade die Morgenrunde drehte. Mit seinen gut 9 Monaten war er einfach zum Knutschen! Amy durfte sich natürlich mit ihm unterhalten und beide waren sofort im Spielmodus. Einfach herzig zum Beobachten!

 

Währenddessen unterhielt ich mich mit dem Herrchen und wir kamen darauf, dass im Nachbarort heute eine Hochzeit stattfindet. Deswegen wohl in der Nacht und auch morgens noch einmal die Knallerei.

 

Nach etwa 10 Minuten verließen uns die Beiden wieder und ich konnte den Rest der Ausrüstung verpacken, um alles im Urzustand zu hinterlassen. Nicht zu bald, wie sich gleich herausstellen sollte, da der Grundbesitzer mit seinem Sohn und Traktor ankam. Auch hier entwickelte sich ein nettes Gespräch und es war überhaupt kein Problem, dass ich hier übernachtet hatte. Auch bekam ich sofort das Angebot, unsere Wasservorräte beim Haus, welches wir passieren würden, auffüllen zu lassen. Da allerdings in Artstetten ein Brunnen am Prangerplatz ist, habe ich dankend abgelehnt.

 

Als wir uns auf den Weg machten, konnten wir schon erkennen, dass es heute wieder ein sehr sonniger, also auch warmer Tag werden würde.

Weiter ging es Richtung Artstetten, durch den „Jakobsweg“ > Ja, der heißt dort wirklich so 😉, mit einigen Jakobsweg Elementen, welche natürlich fotografiert werden mussten.

 

Am Prangerplatz angekommen, bekamen wir unser frisches Quellwasser und zu meiner Freude gab es auch einen Hofladen, da leider kein Bäcker in der Nähe war, wo ich mir ein 2. Frühstück besorgen konnte. Im Hofladen bekam ich dafür selbstgemachte „Linzer Kipferl“, welche ich mir ganz gemütlich sitzend auf der Bank des Prangerplatzes schmecken ließ.

 

Der Anstieg zur Kirche des Schlosses Artstetten war schnell geschafft und der erhoffte Stempel ebenfalls zu finden. Hier traf ich auch zum 1. Mal für heute eine Gruppe von 4 Wanderinnen. Da wir in der Kirche waren, hat sich kein wirkliches Gespräch entwickelt, sondern nur ein kurzes „Hallo zusammen!“

 

Der Weg von Artstetten nach Maria Taferl war abwechslungsreich und schön durch den Wald, aber auch auf Straßen und Schotterwegen. Natürlich ging es auch bergauf, wobei der Anstieg über die Nordseite erfolgte, welcher nicht ganz so steil sein sollte.

 

Im Cafe suchten wir uns einen schönen Platz, um eine ausgiebige Pause zu machen. Ich durfte meine Sachen und auch Amy liegen lassen, um mir in Ruhe die Kirche, sowie die Souvenirläden anschauen zu können.

Beim Gang über den Vorplatz der Kirche sah ich ein Pärchen, wo er anscheinend gerade einen Antrag machte. Eine schöne Szene an einem schönen Tag!

Nach der Besichtigung der Kirche und dem Stempeln in meinen Pilgerpass, konnte ich es mir nicht nehmen lassen und begab mich zu dem Pärchen von vorher.

 

Ich wollte ihnen einfach etwas mit auf den Weg geben:

Die Jakobsweg Pilger kennen 2 relevante Phrasen.

  1. Ultreia: immer weiter! Vorwärts!
  2. Buen Camino: hab einen guten/schönen Weg!

Was die Pilger untereinander damit ausdrücken möchten:

Ich wünsche dir ein wunderbares Leben!

Und selbiges wollte ich ihnen damit wünschen!

 

Nach diesem kurzen Gespräch mit dem Pärchen, sollte ich noch die 4 Damen von Artstetten besser kennenlernen. Es stellte sich heraus, dass Gabriele bereits selbst den Weg gegangen ist.

 

Nach einer, nun doch etwas längeren Pause, gingen wir über den steileren Südhang hinunter zur Donau, um ab sofort dem heißen Asphalt des Radweges ausgeliefert zu sein.

Leider waren auch noch sehr viele Radfahrer unterwegs und zusätzlich so gut wie keine Möglichkeit für Amy ins Wasser zu kommen ☹

Daher nutzten wir nach etwa 10 Km die erste bessere Möglichkeit für eine ausgiebige Pause am Wasser für Amy inkl. Badeeinlage.

 

Bei Persenbeug holte ich mir noch eine Kleinigkeit zum Essen und beim Telefonat mit Pamela beschloss ich, für Amy in Ybbs abzubrechen, da ich ihr den 3. Tag nicht auch noch zumuten wollte. Da war es dann doch noch zu heiß dafür.

 

Es wurde vereinbart, dass wir uns bei der Touristeninformation nach dem Kraftwerk Ybbs/Persenbeug treffen und Pamela uns einsammelt, um gemeinsam nach Hause zu fahren.

 

Gesagt getan, gingen wir die letzten paar Kilometer ganz gemütlich, damit es für Amy angenehm blieb. Da wir zu früh am Treffpunkt waren, konnte sich Amy im Schatten ausruhen, um sich beim Eintreffen des Frauli´s mehr freuen zu können!

 

Ab ging es nach Hause, um das Erlebte im eigenen Bett Revue passieren zu lassen.

 

Fazit des Tages:

Erfreue fremde Menschen mit netten Sprüchen und erhelle ihren Tag

 

Bilder des Tages:

https://www.flickr.com/photos/stefanpreis/albums/72157719787887487

 

Animierter Weg:

https://www.relive.cc/view/vdORwEkNer6

 

Bis zum nächsten Teil unseres Abenteuers!

Steff & Amy